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2006 Schirmherrschaft:
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Verträglichkeit oder Vereinbarkeit
Klar,
in wenigen Jahren wird das Arbeitslosenproblem gelöst sein, da es zu
wenig junge arbeitsfähige Menschen geben wird. Wir werden fast darauf
angewiesen sein, dass Väter und Mütter im Erwerbsleben stehen, damit
unsere Gesellschaft funktioniert. Die Bundesregierung und
Wirtschaftsverbände stoßen gute Projekte an, die zeitliche und
finanzielle Verträglichkeit von Familie und Beruf verbessern können.
Beispiele sind Betriebskindergärten,
flexible Arbeitszeiten für Eltern, Telearbeitsplätze Zuhause usw.
Vereinbarkeit geht aber über eine Verträglichkeit hinaus. Ich stelle
mir dann vor, dass Arbeit und Familie sich einander ergänzen können,
dass hier nicht zwei voneinander isolierte Lebensbereiche
dahinvegetieren, sondern eine bessere Vereinbarkeit möglich wird,
dass beide Lebensbereiche in einem gewissen Maß voneinander
profitieren. Ganz einfach und völlig einsichtig ist, dass wir unsere
Kinder so erziehen, dass sie später in ihrem Beruf gute psychosoziale
Voraussetzungen haben wie zum Beispiel Frustrationstoleranz, soziale
Kompetenzen des Zuhören und Sprechens, der Rücksichtnahme usw.
Eltern, denen diese Erziehungsziele annähernd gelingen, geben ihren
Kindern mehr mit als Frühenglisch, den neuesten Lern-PC, das Handy mit
12 Jahren oder die Klassenfahrt nach London. Immer häufiger stützt
sich die Personalentwicklung in deutschen Unternehmen auf
biographische Interviews, in denen festgestellt wird, ob diese
Kompetenzen in Kindheit oder Jugend erworben wurden.[1]
Und bitte schön: Wo können unsere Kinder soziale Kompetenz besser
lernen als in der Familie mit Mama und Papa und gegebenenfalls
Geschwistern? Klar, das ist nicht immer einfach, eine positive
Beziehung in der Familie aufzubauen, klare Vereinbarungen zu treffen
und konsequent zu sein. Es ist eine Herausforderung für Eltern, in emotional
angespannten Situationen
einen kühlen Kopf zu behalten, dem Kind gegenüber Fehler zuzugeben und
um Verzeihung zu bitten. Aber eines kann ich Ihnen versichern: Wer
dies in der Familie lebt, dem stehen diese Kompetenzen auch am Arbeitsplatz
zur Verfügung.
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